06. 2020

Zweites Corona-Steuerhilfegesetz - Weitere Änderungen der Steuergesetze

Neben den Änderungen der Umsatzsteuer, die sofortige Vorbereitungen im Unternehmen erfordern, gab es noch eine ganze Reihe weiterer Beschlüsse, über die wir im Rahmen der monatlichen Rundschreiben weiter informieren werden. Hier zunächst eine kurze Zusammenstellung:

  • Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen, die keine Kohlendioxidemission je gefahrenen Kilometer haben, wird der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises von EUR 40.000 auf EUR 60.000 Euro erhöht (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG-E). Für diese Pkw sind nur 0,25% des Bruttolistenpreises pro Monat als geldwerter Vorteil anzusetzen.
  • Es werden degressive Abschreibungen in Höhe von 25 % – höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung – für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden, eingeführt (§ 7 Abs. 2 EStG-E).
  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für das Jahr 2020 und 2021 auf MioEUR 5 bzw. MioEUR 10 (bei Zusammenveranlagung) erweitert (§ 10d Abs. 1 Satz 1 EStG-E, wobei § 52 Abs. 18b EStG-E wohl fälschlich die Anwendung nur für das Veranlagungsjahr 2021 vorsieht). Für Kapitalgesellschaften ist damit aufgrund des Querverweises im Körperschaftsteuergesetz ebenfalls eine Verlustrücktragsmöglichkeit bis zur Höhe von MioEUR 5 statt bisher MioEUR 1 gegeben.
  • § 111 Abs. 1 EStG-E ermöglicht bereits einen vorläufigen Verlustrücktrag von 2020 auf 2019, um eine sofortige Entlastung der Unternehmen zu erreichen. Auch hier ist eine parallele Anwendung auf Kapitalgesellschaften möglich.
  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet für die Jahre 2020 und 2021 von derzeit EUR 1.908 um EUR 2.100 auf EUR 4.008 erhöht (§ 24b Abs. 2 EStG-E).
  • Für jedes kindergeldberechtigte Kind wird ein Kinderbonus von 300 Euro gewährt (§ 6 Abs. 3 BKGG-E).
  • Die Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer wird auf den 26. des zweiten auf die Einfuhr folgenden Monats verschoben (§ 21 Abs. 3a UStG-E).
  • Bei der Gewerbesteuer wird der Freibetrag für die Hinzurechnungstatbestände (Schuldzinsen, Mieten. Lizenzen etc.), der in § 8 Nr. 1 GewStG geregelt ist, von EUR 100.000 auf EUR 200.000 erhöht (§ 8 Nr. 1 GewStG-E).
  • Erhöhung der maximalen Bemessungsgrundlage der steuerlichen Forschungszulage auf MioEUR 4 in den Jahren 2020 bis 2025.
  • Bei der Verjährungsfrist für Steuerhinterziehung nach § 376 AO wird die Grenze der Verfolgungsverjährung auf das Zweieinhalbfache der gesetzlichen Verjährungsfrist verlängert (§ 376 AO-E) sowie in § 375a AO-E geregelt, dass Steueransprüche aus Steuerhinterziehung, die schon verjährt sind, nach § 73 StGB als rechtswidrig erlangte Taterträge eingezogen werden können.

zurück